Ludwig Bös Haus - Kulturgeschichtliche Heimatmuseum -
Waldbrunn Ellar
Das Kulturgeschichtliche
Heimatmuseum ist jeden ersten Sonntag im Monat von 15.00 Uhr bis
17.00 Uhr geöffnet
K u l t u r
- u n d G e s c h i c h t s v e r e i n E l l
a r
Kirchstraße
65620 Waldbrunn-Ellar
Kontakt: Tel. 06436-3604
Infos: Gruppenführungen im historischen
Ellar erteilt Eduard Jost Tel.: 06436-4678
Rede des Bürgermeister Blättel zur Museumserweiterung
am 22. Mai 2005
Die heutige Feier zur Neueröffnung bzw. Erweiterung des Heimatmuseums im
Ludwig-Bös-Haus in Ellar ist ein erfreulicher Termin, der, auch wegen der
Mühen und der intensiven Arbeit, die zu diesem Tag geführt haben, gewürdigt
werden sollte.
Der Gemeindevorstand hatte unseren Ehrenbürger Walter Rudersdorf mit dieser
Erweiterungsmaßnahme beauftragt. Ihm zur Seite standen eine gute Zahl von
freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihre Freizeit geopfert
und in intensiver Arbeit das Werk vollendet haben. Hinzu kommen die
Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs, die das Ganze, vor allem in
technischer Hinsicht, ergänzten und zur Fertigstellung brachten. Mein Dank
gilt also all den zuvor Genannten, ohne die wir den heutigen Tag nicht
feiern könnten.
Es ist in unserer heutigen Zeit mit den Finanznöten der öffentlichen Hand
sicherlich nicht selbstverständlich, dass sich eine Kommune, zusammen mit
einem Verein, um ein Heimatmuseum bemüht. Aber ich brauche in diesem
Fachkreis, der mir heute zuhört, nicht zu erwähnen, dass zur Kultur und zur
Identität einer Gemeinde auch die Rückbesinnung gehört. Altes bewahren und
vergangenes zum Leben erwecken ist identitätsstiftend und dient dem besseren
Verständnis der Gegenwart. Heimat – dass ist zunächst ein großes Wort. Doch
was Heimat ist und bedeutet, dass kann auch ein kleines Museum wie das im
Ludwig-Bös-Haus ganz großartig vermitteln.
Nachdem, allerdings auch zu meinem Bedauern, die Sozialstation Ellar das
Erdgeschoss im Ludwig-Bös-Haus verlassen hat, konnten wir mit der
Erweiterung des Heimatmuseums beginnen. Der Gesamtkomplex Heimatmuseum
konnte entzerrt werden und neue Möglichkeiten boten sich in den Räumen des
Erdgeschosses an. Über Einzelheiten wird nachher der Vorsitzende des Kultur-
und Geschichtsvereins und vor allen Dingen Walter Rudersdorf berichten.
Was mir besonders imponiert ist die Tatsache, dass wir erstmals eine
gemeinsame Ausstellung von Künstlern der Gemeinde Waldbrunn/Ww. im Raum 4
präsentieren können. Die Künstler Paul Grimm, Maria Meuser, Alfred Sehr,
Karl-Heinz Rörig, Ute Voll, Bernhard Scherer und Werke vom verstorbenen
Johann Abel geben einen guten Überblick über die Schaffenskraft der
heimischen Künstler. Sie zeigen, dass Kunst und Kultur in Waldbrunn/Ww. eine
Rolle spielen, die es zu stützen und zu fördern gilt.
Ich kann Ihnen allen nur empfehlen, das Heimatmuseum im Ludwig-Bös-Haus zu
besuchen. Die Exponate erzählen von Land und Leuten. Jeder der hier einmal
war weiß, ein Rundgang durch das Museum gleicht einer Zeitreise im Kleinen.
Die zusammengetragenen Exponate fügen sich zu einem Ensemble, das viele
Facetten menschlicher Existenz berührte. Alle Objekte erzählen davon, wie
die Bürger unserer Heimat einst gearbeitet und gefeiert haben, was sie sich
erhofften und was ihnen Sorge bereitete, sie machen deutlich wer einst das
Sagen hatte und wer ganz unten stand. Sie berichten von den großen
Ereignissen im Leben einzelner sowie vom Niederschlag der großen Politik auf
einen kleinen Ort. Und auch die kreativen Leistungen und kulturellen
Bestrebungen unserer Vorfahren haben hier den ihnen gebührenden Platz
gefunden.
Walter Rudersdorf und der Kultur- und Geschichtsverein bemühen sich um das
Heimatmuseum. Hierfür darf ich ausdrücklich danken. Das Museum hat seinen
festen Platz in unserer Gemeinde. Es ist, gerade nach der Erweiterung, eine
Bereicherung unseres kulturellen Angebotes. Es trägt dazu bei mit unserer
Geschichte auch das Unverkennbare unserer Region und ihrer Bewohner zu
bewahren und damit ist es auch in Zukunft aus Waldbrunn/Ww. nicht mehr
wegzudenken.